Mittwoch, 15. August 2012

Paris (5.8. bis 10.8)

Voilà, je suis définitivement en France. Frankreich - dies war einmal das Zentrum der Welt ! Heute zerrt jedoch das einstige Zentrum des Zentrums - Paris - nur noch an seinem historischen Kapital ohne dabei bemerkenswert Neues zu leisten. Nur die Pariser scheinen dies noch nicht ganz begriffen zu haben (es gibt immer noch "Eliten", welche Franzoesisch als Weltsprache fordern/wuenschen). Dennoch liebe ich diese Stadt. Mit dem Aufenthalt im Plug-Inn Hostel in der Naehe des Montmartres sind mir das alte Paris und unzaehlige Touristenscharen greifbar nahe. Die Einheimischen scheinen alle ausgeflogen zu sein.



Ein empfehlenswerter Ausflugsort in Paris ist der Eiffelturm: Dieser besteht aus Stahl und wurde von Herr Eiffel konstruiert. Die Form dieses Turmes gleicht vier nicht ganz durchgekochten Spaghettis, welche mit viel Fingerspitzengefuehl aneinander gelegt worden sind. (Der obere Teil, weicher als der untere Harte, klebt dann nach kurzem Abkuehlen zusammen und bildet die Spitze.) Von diesem Wahrzeichen Paris' sieht man fast bis in die Schweiz. Neben dem Eiffelturm konnte ich auch den Louvre mit seinen Bildern und die Champs-Elysée mit den reichen Pensionaerinnen besuchen. Im Louvre habe ich Lisa gesehen, ich glaube, niemand hat so viele Freunde auf Facebook wie sie...


Ich war insgesamt vier Naechte im gleichen Hostel. Lustig war insbesondere ein Amerikaner. Als Surfer ist er auf der Suche nach den besten Surfspot in Europa (Paris gehoert nur als kultureller Ausgleich dazu). Leider bestand sein kulturelles Pendant hauptsaechlich aus Bier und Bowle. Waehrend ich mit anderen Backpackern die ueberteuerten Bars in Paris besuchte, war er immer an der Auberge-Bar zugegen. Sehenswuerdigkeiten wie die Cathedrale de Notre Dame, der Arc de Triomphe oder der Sacre-Coeur zieren hoechstens seine Postkarten, werden wohl nie persoenlich von ihm aufgesucht werden.

Natuerlich besuchte ich auch noch andere schoene Plaetze: Ein Ausflug nach Versailles und ein Abstecher nach Saint Denis (eine der schoensten, aeltesten und interessantesten Kathedralen der Welt!) verkuerzten den eigentlichen Aufenthalt in der Metropole.Hier koennte man Monate leben und immer wieder ergaeben sich neue Entdeckungen. Bemerkenswert ist, dass ich trotz franzoesischem Boden hauptsaechlich Englisch sprach. Franzosen reden viel, selten jedoch mit Touristen!

Facts zu Paris: Nach diesem etwas duerftigen Bericht ueber meine Erlebnisse in Paris noch was Interessantes: Paris' Abwassersystem zaehlt die meisten Ratten weltweit. Etwa 8 Millionen dieser dreckigen Nager bevoelkern die Kanaele Paris'. Dies uebersteigt die Anzahl lebender Schwaene in Grossbritannien (welche der Queen gehoeren!) und uebersteigt die Einwohnerzahl der Schweiz. Es bleibt offen, ob es dabei einen Zusammenhang gibt. Edward Perry sieht das stark bevoelkerte Abwassersystem Paris' als eine Metapher zur baldigen Uebervoelkerung der Welt. "Gegenseitiges Zerfleischen gehoert in Pariser Abwasserkanaelen ebenso dazu, wie dauerhaftes Bekriegen den blauen Planeten praegen wird" (Edward Perry (2008): The metapher of life lies in Paris' deepness. Oxford. 22).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen